Einsatz: Schiffshaverie auf der Donau
Am Freitag, den 2. September 2011 gegen 21:45 Uhr wurden wir von der Rettungsleitstelle Passau zu einer Schiffshaverie auf die Donau Höhe Winzer (Lkr. Deggendorf) alarmiert. Ein Flußkreuzfahrtschiff war mit einem Schubleichter kollidiert. Zunächst war geplant, die 157 Passagiere und 41 Besatzungsmitglieder mit Booten und Drehleitern von Bord zu evakuieren. Da dann jedoch kurzfristig ein zweites Passagierschiff die Unglücksstelle anfahren konnte, erfolgte die Evakuierung direkt von einem Schiff auf das andere.



Deggendorfer Zeitung vom 3. September 2011:

Havarie auf der Donau: 157 Passagiere von Schiff evakuiert

Glückliche Rettung in finsterer Nacht: Mit Schwimmwesten stehen die Passagiere der MS Avalon-Tranquility auf dem Deck des Schiffes, dass am Freitagabend auf der Donau bei Winzer verunglückt ist. - Foto: Birgmann

Auf der Donau zwischen Winzer und Flintsbach ist  gestern am späten Abend  ein Passagierschiff havariert. Nach dem Zusammenstoß  mit einem Schubleichter in Höhe von Loh mussten 157 Passagiere und 41 Besatzungsmitglieder von Bord  evakuiert werden, bestätigte die Zentrale Einsatzstelle der Polizei in Straubing am Abend der PNP.

Bei dem Unglück ist die Außenhaut des Passagierschiffes MS Avalon-Tranquility so stark beschädigt worden, dass es im Motorraum einen massiven Wassereinbruch gab, meldete die Polizei Passau. Alle verfügbaren Kräfte der Feuerwehren und Polizeidienststellen der Umgebung  sowie der Wasserwacht, der Wasserschutzpolizei  und des technischen Hilfswerks − insgesamt rund 200 Rettungskräfte − waren zum Unglücksort beordert. "Wir hatten Großalarm ausgelöst", bestätigte vor Ort Kreisbrandrat Leopold Schmid der PNP. Dank des schnellen Einsatzes konnten  alles Passagiere unverletzt geborgen werden. Die Flusskreuzfahrtteilnehmer hatten aber schon vorsorglich Schwimmwesten angelegt und sich auf dem oberen Deck zur Evakuierung versammelt.

Blitzschnell hatte zudem  die Reederei der MS Avalon  reagiert und aus Passau ein weiteres Schiff der Flotte zum Unglücksort geschickt. Alle Kreuzfahrtgäste, zumeist Urlauber aus den USA und Kanada, konnten das beschädigte Schiff trockenen Fußes verlassen und auf das bereitgestellte Ersatzschiff umsteigen. An Land gebracht wurden die Urlauber auf bereitstehende Fahrzeuge verteilt und nach dem Schrecken für die Nacht in Deggendorfer Hotels untergebracht.

Wie die Polizei Passau berichtete, war es wohl zu dem Unglück gekommen,  weil  ein am Nachmittag  mit einem Gütermotorboot  kollidierter Schubleichter sich aus der Verankerung gelöst hatte und in der Dunkelheit mit der Avalon zusammengestoßen ist. Er sollte eigentlich am heutigen Samstag morgen freigeschleppt werden.